
Systemische Psychotherapie
Diese Therapie wurde ursprünglich aus der Familientherapie entwickelt. Heute wird sie als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren mit einer Vielzahl von Methoden in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen angewandt.
Die Systemische Therapie stellt die Aktivierung von Ressourcen (Stärken) des Klienten in den Mittelpunkt und schaut nicht auf die Zuschreibungen von Täter- oder Opferrollen.
Symptome werden somit nicht pathologisiert sondern als Lösungsversuche bzw. als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster verstanden, deren Bedeutung und Funktion in der Therapie identifiziert werden müssen.
Die Systemische Therapie sieht Muster als Not-Lösungen aus einer früheren Zeit:
Lebensereignisse hinterlassen ihre Spuren. Wir entwickeln als Reaktion im Laufe unseres Lebens bestimmte Denk- und/oder Verhaltensweisen, die für uns zu einem bestimmten Zeitpunkt, psychisch gesehen, über-lebens-not-wendig sind. Manche dieser Muster, sogenannte „Not-Lösungen“, sind ein Leben lang hilfreich und brauchbar, andere wiederum hindern uns, ein gesundes, selbstbestimmtes Leben zu führen. Insbesondere dann, wenn die „Not von damals“ schon längst vergangen ist.
Psychotherapie hat zum Ziel
- hinderliche persönliche Muster zu erkennen, zu verstehen und bei Bedarf zu verändern,
- eigene Ressourcen zu aktivieren und
- unsere Handlungsspielräume zu erweitern.
Herausforderungen, die das Leben an uns stellt
... sind nicht unabhängig von unseren Systemen zu betrachten. Als System gelten dabei sowohl Familien, Partnerschaft und Freunde, als auch der Arbeitsplatz und alle weiteren sozialen Gemeinschaften, mit denen wir leben und uns zugehörig fühlen.
Welches System als therapeutisch relevant angesehen wird, hängt von der therapeutischen Fragestellung ab. Das bedeutet, dass meist nicht nur eine Einzelperson am Entstehen von kritischen Situationen beteiligt ist, sondern dass es sich um ein Zusammenspiel von mehreren Menschen handelt.

Veränderung kann nur von uns selbst ausgehen
... und somit bedeutet Therapie „Arbeit an uns selbst“! Die meisten Veränderungen finden, zumindest als erster Schritt, in uns selbst statt. Es handelt sich dabei sehr häufig um einen Perspektivenwechsel, der Lösungen sichtbar macht. Auch Fragen zum Umgang mit uns selbst (wie denken wir über uns) sowie die Auseinandersetzung mit familiären Glaubenssätzen und sehr früh übernommene Überzeugungen (z. B. „ich kann nichts“, „zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen“) sind meist Teil der Therapie. Erst wenn Unbewusstes bewusst wird, kann es bearbeitet und verändert werden. So können wir unsere eigenen Muster entdecken, verstehen und falls not-wendig, verändern.